Ich muss menschlich davon reden wegen der Schwachheit eures Fleisches. Denn so, wie ihr einst eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt zur Gesetzlosigkeit, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit zur Heiligung. Römer 6,19.
Christus hat seiner Gemeinde die Gabe des Heiligen Geistes verheißen, und diese Verheißung gilt uns genauso wie seinen Jüngern damals. Siehe Apostelgeschichte 2,39. Aber wie jede andere Verheißung ist sie an Bedingungen geknüpft. Siehe V. 38; Apostelgeschichte 5,32. Viele glauben und bekennen sich dazu, die Verheißung des Herrn zu beanspruchen. Sie sprechen von Christus und dem Heiligen Geist, aber sie empfangen keinen Segen. Sie übergeben sich Gott nicht vollständig, damit sie von göttlichen Mächten geleitet und kontrolliert werden. Wir können den Heiligen Geist nicht für unsere Zwecke benutzen; der Heilige Geist will vielmehr uns gebrauchen. Durch den Geist wirkt Gott in den Gläubigen „das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“. Philipper 2,13. Aber viele wollen sich dem nicht unterwerfen. Sie möchten über ihr Leben selbst bestimmen. Deshalb empfangen sie die himmlische Gabe des Geistes nicht.
Nur denjenigen, die demütig auf Gott warten, die auf seine Führung achten und seine Gnade [annehmen], wird der Heilige Geist verliehen. Die Macht Gottes wird nur wirksam, wenn wir nach ihr verlangen und sie in Anspruch nehmen. Dieser verheißene Segen, durch den Glauben in Anspruch genommen, bringt alle anderen Segnungen mit sich. Er wird nach dem Reichtum der Gnade Christi ausgeteilt, und Christus ist bereit, jeden entsprechend seinem eigenen Fassungsvermögen zu versorgen.
Wenn der Geist Gottes das Herz eines Menschen in Besitz nimmt, verändert er dessen Leben: Sündige Gedanken werden abgelegt, bösen Taten wird abgeschworen; Liebe, Demut und Frieden treten an die Stelle von Ärger, Neid und Streit. Freude ersetzt die Traurigkeit, und das Angesicht spiegelt die himmlische Freude wider. Niemand bemerkt die Hand, die die Last abnimmt, oder das Licht, das aus den himmlischen Höfen kommt. Der Segen wird wirksam, wenn ein Mensch sich im Glauben ganz Gott übergibt. Dann schafft die Macht, die kein menschliches Auge erkennen kann, eine neue Kreatur nach dem Bild Gottes. Siehe 2.Korinther 5,17.
Der Heilige Geist ist der Atem des geistlichen Lebens in der Seele. Die Mitteilung des Geistes ist die Mitteilung des Lebens Christi. Der Geist erfüllt den Empfänger mit den Merkmalen Christi. The Review and Herald, 19. November 1908.
[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 16. August]
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