Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden. Matthäus 16,24.25.
Die Umwandlung des Charakters der Christen soll vor der Welt das Zeugnis dafür sein, dass die Liebe Christi in uns wohnt. Der Herr erwartet von seinem Volk den Beweis, dass die erlösende Macht der Gnade auf einen unvollkommenen Charakter einwirken und ihn veranlassen kann, sich ebenmäßig zu entwickeln und reichlich Frucht zu tragen.
Doch um dieser göttlichen Absicht entsprechen zu können, ist eine Vorbereitung notwendig. Der Herr gebietet uns, unser Herz von der Selbstsucht zu reinigen, die die Wurzel der Entfremdung ist. Er hat Sehnsucht danach, seinen Heiligen Geist in reichem Maße über uns auszugießen, und er befiehlt uns, durch Selbstverleugnung den Weg dazu zu bereiten. Wenn das Ich Gott übergeben wird, werden unsere Augen geöffnet, dass sie die Steine sehen, die unser unchristliches Verhalten anderen in den Weg gelegt hat. Gott gebietet uns, alle diese Steine wegzuräumen: „Bekennt nun einander die Sünden und betet füreinander, damit ihr geheilt werdet.“ Jakobus 5,16 (EB). Dann werden wir die Zusicherung erhalten wie David, als er nach dem Bekenntnis seiner Sünde betete: „Gib mir wieder die Freude an deinem Heil, und stärke mich mit einem willigen Geist! Ich will die Abtrünnigen deine Wege lehren, dass sich die Sünder zu dir bekehren.“ Psalm 51,14.15.
Wenn die Gnade Gottes die Seele erfüllt, wird von ihr ein Einfluss des Glaubens, der Zuversicht und der christlichen Liebe ausgehen, der das geistliche Leben aller kräftigt, die mit ihm in Berührung kommen … Wer der vergebenden Liebe Christi teilhaftig geworden und durch den Geist Gottes erleuchtet und zur Wahrheit bekehrt worden ist, der wird fühlen, dass er um dieser kostbaren Segnungen willen ein Schuldner aller geworden ist, mit denen er in Berührung kommt. Siehe Römer 1,14. Ist jemand von Herzen demütig, dann wird der Herr ihn gebrauchen und durch ihn Menschen erreichen, zu deren Herzen selbst eingesegnete Prediger nur schwer Eingang finden können. Er wird unter dem Einfluss des Geistes Gottes Worte sprechen, die die rettende Gnade Christi offenbaren.
Wenn wir andern Segen bringen, werden wir selbst Segen empfangen. Gott schenkt uns Gelegenheit, Gnade weiterzugeben, um uns erneut mit größerer Gnade zu füllen. Arbeitet ein Kind Gottes mit den Gaben und Fähigkeiten, die Gott ihm verliehen hat, werden Hoffnung und Glaube gestärkt. Aus der Schatzkammer der Zeugnisse II, 344f. rev.
[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 8. August]
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