Aber der Herr sprach zu mir: Sage nicht: „Ich bin zu jung“; sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete! Fürchte dich nicht vor ihnen! Denn ich bin mit dir, um dich zu erretten, spricht der Herr. Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an; und der Herr sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund! Jeremia 1,7-9.
Der Herr gab Jeremia eine Botschaft des Tadels für sein Volk, dem Gott vorwarf, seinen Rat beständig zurückzuweisen: „Ich aber habe zu euch geredet, indem ich mich früh aufmachte und immer wieder redete, und ihr habt mir nicht gehorcht! Und doch habe ich alle meine Knechte, die Propheten, zu euch gesandt, indem ich mich früh aufmachte und sie immer wieder sandte, und habe euch sagen lassen: Kehrt doch um, jeder von seinem bösen Weg, und bessert eure Taten, und folgt nicht anderen Göttern nach, um ihnen zu dienen, dann sollt ihr in dem Land bleiben, das ich euch und euren Vätern gegeben habe! Aber ihr habt eure Ohren nicht geneigt und nicht auf mich gehört.“ Jeremia 35,14.15.
Gott flehte sie an, ihn mit den Werken ihrer Hände und Herzen nicht zum Zorn zu reizen, aber sie „gehorchten ihm nicht“. V. 14. Dann sagte Jeremia die Gefangenschaft der Juden als Strafe für ihre Nichtbeachtung der Botschaften Gottes voraus. Die Chaldäer sollten als Zuchtrute Gottes dienen, um sein ungehorsames Volk zu züchtigen. Siehe Jeremia 25,7-13. Die Bestrafung sollte ihrem Wissen und den von ihnen verachteten Warnungen entsprechen. Lange hatte Gott seine Strafgerichte hinausgezögert, weil er sein auserwähltes Volk nicht demütigen wollte. Aber nun würde er sein Missfallen kundtun als letzten Versuch, ihrem bösen Treiben Einhalt zu gebieten.
Auch in unseren Tagen hat der Herr keine andere Methode zur Erhaltung der moralischen Reinheit seines Volkes. Er ersucht die Irrenden, die seinen Namen bekennen, ihre Sünden zu bereuen und ihre bösen Wege zu verlassen, genauso wie er dies in alter Zeit getan hat. Heute wie damals zeigt er seinem Volk durch den Mund seiner erwählten Diener die Gefahren auf. Er gibt seine Warnungen und tadelt Sünden genauso zuverlässig wie in den Tagen Jeremias. Aber das heutige Volk Gottes steht ebenso unter der Versuchung, Tadel zu verachten und Rat zu hassen, wie das alte Volk Israel. Allzu oft ist es taub für die Worte, die Gott seinen Dienern zum Wohl derer gegeben hat, die sich zur Wahrheit der Adventbotschaft bekennen. The Signs of the Times, 12. Februar 1880.
[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 15. September]
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