Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. Galater 2,19.20.
Durch die Gemeinde soll der Welt die selbstlose Liebe Jesu bekannt gemacht werden. Aber durch ihr gegenwärtiges Beispiel wird der Charakter Christi nicht richtig dargestellt, und die Welt bekommt daher eine falsche Vorstellung von Ihm. Selbstsucht verbannt die Liebe Jesu aus dem Herzen, und das ist der Grund, weshalb die Gemeinde keinen größeren Eifer und keine brennendere Liebe für den an den Tag legt, der uns zuerst geliebt hat. Bei so vielen Christen steht das eigene Ich im Vordergrund! Ihre Gedanken, ihre Zeit, ihr Geld opfern sie der eigenen Befriedigung, während Menschen, für die Christus starb, verlorengehen.
Deshalb kann der Herr seiner Gemeinde nicht die Fülle seines Segens durch die Gabe des Heiligen Geistes schenken. Wenn er sie vor der Welt auf besondere Weise ehrte, würde er ihren Werken sein Siegel aufdrücken und ihre falsche Darstellung seines Charakters bestätigen. Wenn die Gemeinde sich von den Grundsätzen, Gewohnheiten und Praktiken der Welt trennen wird, dann kann der Herr Jesus mit seinem Volk arbeiten. Er wird dann ein großes Maß seines Geistes über sie ausgießen, und die Welt wird erkennen, dass der Vater sie liebt. Wird das Volk Gottes sich weiterhin durch seinen Egoismus betäuben lassen? Sein Segen schwebt über ihnen, aber er kann nicht in seiner Fülle verliehen werden, weil sie durch den Geist und die Praktiken dieser Welt so verdorben sind. Unter ihnen herrscht geistlicher Stolz. Siehe Offenbarung 3,17. Würde der Herr so handeln, wie er möchte, dann würde er sie in ihrem falschen Ehrgefühl und ihrer Überheblichkeit nur bestätigen.
Wird Christus sich von der Adventgemeinde weiterhin in ein falsches Licht rücken lassen? Wird sein Volk aufgrund seiner Lauheit (siehe V. 16) von der Gnade Gottes und der göttlichen Erleuchtung ausgeschlossen? Das wird geschehen, wenn es Gott nicht intensiver sucht, sich nicht von der Welt trennt und sich nicht vor Gott demütigt. Die bekehrende Macht Gottes muss in unseren Gemeinden wirken. The Home Missionary, 1. November 1890.
[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 9. August]
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