Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt; und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer, und sie brennen. Johannes 15,5.6.
In keinem Stadium unserer christlichen Erfahrung können wir ohne die Hilfe auskommen, die uns auch den Anfang ermöglicht hat. Die Segnungen des Frühregens brauchen wir bis zum Ende. Doch sie allein werden nicht ausreichen. Wenn wir uns über den Segen des Frühregens freuen, dürfen wir andererseits nicht vergessen, dass die Ernte ohne den Spätregen, der die Ähren füllt und das Korn reifen lässt (siehe Joel 2,23.24), nicht eingebracht werden könnte und die Arbeit des Sämanns vergeblich wäre. Die Gnade Gottes ist am Anfang nötig, bei jedem Schritt zur Reife, und allein die Gnade Gottes kann das Werk auch vollenden.
Es gibt für uns allerdings keinen Anlass, sorglos zu ruhen. Wir dürfen nie die Mahnung Christi vergessen: „Bleibt wachsam und betet zu jeder Zeit!“ Lukas 21,36. Wir brauchen die beständige Verbindung mit dem göttlichen Beistand, damit wir vorwärtskommen. Vielleicht besitzen wir ein gewisses Maß des Geistes Gottes, aber durch Gebet und Glauben sollten wir beständig nach einem größeren Anteil des Geistes streben. Unsere Bemühungen werden nie ausreichen. Wenn wir keine Fortschritte machen, wenn wir uns nicht in eine Haltung begeben, beides — den Frühregen und den Spätregen — zu empfangen, werden wir unsere Seele verlieren, und wir werden selbst dafür verantwortlich sein.
„Erbittet euch von dem HERRN Regen zur Zeit des Spätregens!“ Sacharja 10,1 (EB). Seid nicht damit zufrieden, dass der Regen im üblichen Lauf der Jahreszeiten sowieso fallen wird. Bittet um ihn! [Die Verantwortung für] das Wachstum und die Reifung des Samens liegt nicht beim Bauern. Gott allein kann die Ernte reifen lassen. Aber die Mitarbeit des Menschen ist erforderlich. Gottes Werk für uns erfordert den Einsatz unseres Verstandes und unseres Glaubens. Wenn die Schauer seiner Gnade auf uns fallen sollen, müssen wir seine Gunst von ganzem Herzen suchen.
Wir sollten jede Gelegenheit nutzen, um seine Segnungen zu empfangen. Christus hat gesagt: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Matthäus 18,20 (EB). Die Versammlungen der Gemeinde wie zum Beispiel auf Zeltversammlungen, die Zusammenkünfte der Hausgemeinden [oder Hauskreise] und alle Gelegenheiten zum persönlichen Einsatz bei der Rettung von Menschen bieten Gott willkommene Anlässe, den Frühregen und den Spätregen auszuteilen. The Review and Herald, 2. März 1897.
[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 24. August]
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