Abraham zweifelte nicht an der Verheißung Gottes durch Unglauben, sondern wurde stark durch den Glauben, indem er Gott die Ehre gab und völlig überzeugt war, dass Er das, was Er verheißen hat, auch zu tun vermag. Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet. Römer 4,20-22.

Glauben heißt: Gott vertrauen — in der Gewissheit, dass er uns liebt und am besten weiß, was gut für uns ist. Solches Vertrauen führt uns dahin, statt eigener Wege den Weg des Herrn zu wählen. An die Stelle unserer Unwissenheit nimmt der Glaube Gottes Weisheit an, an Stelle unserer Schwachheit seine Stärke, an Stelle unseres sündhaften Wesens seine Gerechtigkeit. Unser Leben und wir selbst gehören ja schon ihm, aber der Glaube bejaht Gottes Eigentumsrecht an uns und empfängt dadurch die damit verbundenen Segnungen. Wahrhaftigkeit, Rechtschaffenheit und Reinheit werden als die Geheimnisse eines erfolgreichen Lebens genannt. Der Glaube bringt uns in den Besitz dieser Prinzipien.

Jeder gute Anstoß, jedes edle Streben ist eine Gabe Gottes. Der Glaube empfängt von Gott das geistliche Leben, das allein wahres Wachstum und wirkliche Tüchtigkeit zu erzeugen vermag.

Es sollte recht deutlich gemacht werden, wie man den Glauben einsetzt. Jede Verheißung Gottes ist an Bedingungen geknüpft. Wenn wir bereit sind, Gottes Willen zu tun, wird uns seine Kraft zuteil werden. Siehe 1.Johannes 3,22. Welche Gabe er auch verspricht — sie ist schon in der Verheißung enthalten. Deshalb heißt es: „Der Same ist das Wort Gottes.“ Lukas 8,11. So sicher, wie der Keim für die riesige Eiche schon in der unscheinbaren Eichel steckt, so gewiss ruht auch das Geschenk Gottes bereits in seinem Versprechen. Wenn wir die Verheißung annehmen, sind wir bereits im Besitz der Gabe. Siehe 1.Johannes 5,15 (EB).

Der Glaube, der uns dazu bringt, Gottes Gaben anzunehmen, ist selbst eine Gabe, die in gewissem Maße jedem Menschen zuteil wird. Siehe Römer 12,3b (EB). Er wächst, indem er in der Aneignung des Wortes Gottes betätigt wird. Wenn wir wollen, dass unser Glaube wächst und stark wird, muss die Heilige Schrift unsere tägliche geistliche Nahrung werden.

Beim Lesen der Bibel gilt es, die Macht des Wortes Gottes zu erkennen. Bei der Schöpfung „sprach Gott und es geschah, er befahl, und die Erde war da.“ Psalm 33,9. Er „ruft das Nichtseiende ins Dasein“ — durch sein Wort. Römer 4,17. Education 254f.; vgl. Erziehung 233f.

[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 6. Juli]

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