Denn ich sage kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern dass er auf Bescheidenheit bedacht sei, wie Gott jedem Einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat. Römer 12,3.

Auch der Glaube ist [in gewisser Weise] eine Gabe Gottes. Glaube ist die Zustimmung des menschlichen Verstandes gegenüber den Worten Gottes, die das Herz zum Dienst für Gott motiviert. Und wem gehört der menschliche Verstand, wenn nicht Gott? Wem gehört das Herz, wenn nicht Gott? Zu glauben bedeutet, Gott den Verstand und die Energie zu weihen, die wir von ihm empfangen haben. Deshalb können diejenigen, die glauben, sich das nicht als Verdienst anrechnen. Wer so fest an den himmlischen Vater glaubt, dass er ihm uneingeschränkt vertraut, und wer durch den Glauben über das Grab hinaus die ewige Wirklichkeit erfasst, wird vor seinem Schöpfer bekennen: „Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir‘s gegeben.“ 1.Chronik 29,14.

Keiner gehört sich selbst. Siehe 1.Korinther 6,19. Und niemand besitzt selbst irgendetwas Gutes, das er sein Eigen nennen kann. Jeder Mensch und alle Dinge sind Eigentum des Herrn. Alles, was ein Mensch durch die Freigiebigkeit des Himmels empfängt, gehört immer noch dem Herrn. All sein Wissen, das ihn zu einem fähigen Mitarbeiter im Werk Gottes macht, kommt vom Herrn und sollte an seine Mitmenschen weitergegeben werden, damit auch sie zu guten Mitarbeitern werden. Wem Gott außergewöhnliche Gaben anvertraut hat, der soll dem Herrn das zurückgeben, was er erhalten hat, indem er den empfangenen Segen großzügig an andere Menschen weitergibt. So ehrt und verherrlicht er Gott …

Von Gott geschenkte Fähigkeiten sollten keinen selbstsüchtigen Zwecken dienen. Alle Kräfte und alle Begabungen sind anvertraute „Silberzentner“, die zum Lob Gottes beitragen sollen, indem sie in seinen Dienst gestellt werden. Seine Gaben sollen zumindest zu den „Wechslern“ gebracht werden, damit er sein Eigentum mit Zinsen zurückbekommt. Siehe Matthäus 25,27. Die Gaben, die einen Christen zum Dienst befähigen, wurden ihm nicht nur zu dem Zweck anvertraut, damit er selbst eine gute Arbeit leisten kann, sondern auch, um andere zu lehren, deren Kenntnisse auf manchen Gebieten noch Lücken aufweisen. The Review and Herald, 1. Dezember 1904.

[Die Andacht stammt aus dem Buch Das Wirken des Heiligen Geistes von Ellen White, Tag 5. Juli]

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